Warum man Fisch nicht mit dem Messer schneidet
Die ausgestellten Küchengeräte wurden
nach langem Gebrauch durch andere oder neuere Geräte ersetzt und
schlummerten dann irgendwo in einer Ecke, bis wir sie wieder entdeckt
und ausgestellt haben.
Wie schnell sich doch die Technik auch bei ganz banalen Funktionen gerändert
hat. In meiner Jugend musste Sahne mit einer Art Schneebesen per Hand
geschlagen werden. Das dauerte recht lange und war auch mühsam.
Die manuellen Handrührgeräte aus Metall und später auch
aus Kunststoff waren dann schon eine Erleichterung. Auch der Kaffee
wurde mit Muskelkraft gemahlen: pro Tasse ein halbes Lot voll in die
Kaffeemühle, diese zwischen die Knie geklemmt, und dann wurden
die Bohnen ganz frisch gemahlen.
Der alte Kohleherd von der Oma wollte stets mit Holz oder Briketts gefüttert
werden, damit er nicht ausging, und er musste auch gesäubert werden,
was meist sehr staubte. Der Gasherd war demgegenüber schon ein
gewaltiger Fortschritt, auch wenn er noch mit speziellen Anzündern
entflammt wurde, denn Piezozündung und Flammsicherung gab es ja
noch nicht.
Die Küchenmesser waren bei uns aus rostendem Stahl, dafür
aber sehr scharf, und mussten jeden Mittag mit Scheuersand wieder blank
geputzt werden. Man durfte sie auch nicht zum Schneiden von Fisch benutzen,
denn der schmeckte dann metallisch. Damit Obst und Gemüse sich
über den Winter hielten, wurden es in Einmachgläsern sterilisiert.
Das Öffnen dieser Einmachgläser erforderte spezielle Hilfen,
denn nur am Gummiring ziehen half meist nichts, die Lasche riss ab,
und ein Loch in den Deckel schlagen wie heute bei Metalldeckeln war
auch nicht möglich.
Die gute alte Zeit? Es gab einige Haushaltshilfen bzw. Küchengeräte,
die wir heute noch gelegentlich benutzen, weil die modernen Lösungen
nicht besser sind, wie beispielsweise den Einfülltrichter beim
Einkochen oder den Entsafter nach dem Prinzip des manuell betriebenen
Fleischwolfs. Aber wir nutzen selbstverständlich Elektrogeräte
dort, wo sie Vorteile bieten.