Puppenwelt
Die Puppen von der Oma aus den 30er
Jahren bildeten mit den Puppen aus unserer Kindheit, die das Spielen
überlebt haben, den Grundstock, der durch einige gezielte Käufe
ergänzt wurde. Es sind keine Puppen mit den ganz großen und
wertvollen Namen dabei. Um mehr über dieses Sachgebiete zu erfahren,
lesen wir in Büchern und Zeitschriften nach und versuchen in anderen
Museen Informationen zu bekommen. Bei der Vielzahl von Herstellern und
Modellen ist es häufig ein Glücksfall, die passende Literatur
zu finden. Puppen von Schildkröt
und Steiff sind gut dokumentiert, auch die von Warnecke, aber es gibt
eben noch viele andere.
Puppen brauchen natürlich auch Geschirr und Besteck, Töpfe
und Pfannen, Herd und Möbel. Für die Puppenmütter gab
es daher eine Vielzahl von Kopien der Welt der Erwachsenen, und so spiegelt
die Puppenwelt sehr schon und anschaulich die Welt der Großen
wider. Von den Eltern und aus der eigenen Kinderzeit sind viele Stücke
erhalten geblieben, Teller und Schüsseln aus Porzellan, Pfannen,
Töpfe und Schüsseln aus emailliertem und unbeschichtetem Metall,
Krüge und „Tippel“ aus Keramik und Kaffee-Service aus
frühem Kunststoff. Auf der Basis des relativ umfangreichen Familienbesitzes
ergänzen wir diese Sammlung nach und nach.
Puppen wohnen wie unsere Vorfahren natürlich in ehrwürdigen
Häusern (die in unserer Sammlung zum Teil allerdings sehr neu sind),
mit Möbeln und anderem passenden Enterieur. Neben alten Stücken
haben wir auch neue Teile zusammengetragen, und so bieten die Puppenhäuser
immer wieder Anlass, genauer hinzusehen und weitere Details zu entdecken.
Manche der Puppenmöbel haben wir früher als
Kind zu Hause in Normalgröße gehabt, den Tisch mit den herausziehbaren
Abwasch-Schüsseln oder den Küchenschrank mit dem Glastürenaufsatz.
Und wo kauft die Puppe? Natürlich im Puppenladen, der aus der Vorkriegszeit
stammt, aus der DDR mit den Originalprodukten, oder aus den 60er Jahren,
mit viel bunten Plastikteilen und Miniaturpackungen alter und neuer
Produkte. Der alte „Tante Emma“ Laden war gemütlicher
als der Supermarkt heute, und er stellte höhere Anforderungen an
Verkäuferin und Kunden. Die Waage rechnete nicht den genauen Preis
aus, der musste interpoliert werden. Und wenn die Verkäuferin das
Ergebnis von „Darf’s ein bisschen mehr sein?“ nur
grob überschlug und ich nicht mitgerechnet hatte, gab es zu Haus
Ermahnungen, besser auf den richtigen Preis zu achten.